BEDINGUNG

BEDINGUNG.

Es existiert, wie immer wir sie auch nennen und welche letzte Intention wir Sterblichen ihrem Walten und Drängen auch andichten mögen, eine Kraft, die im immerwährenden Gestaltungsdrang das Seiende in ihre eigene Anwesenheit bringt; ein weltenschaffender Wille, der immer nur jenes ausspielen und gestalten kann, was, ganz im Sinne von Platons Ideen, in ihm bereits angelegt ist. Elementarteilchen kreisen und fliehen, Pflanzen kommunizieren, Tiere fühlen und träumen, Menschen lieben, erkennen und sehnsüchten unter den gierig fallenden Sonnen.
Die Anwesenheit einer intelligenten, planungssicheren und somit unbestreitbar bewussten Kraft, einer Absolutheit, welche die Existenz aller Dinge markiert, ist stets die Bedingung, aus der sich das Unmittelbare manifestiert. Wie kommen wir also dazu, Zauberlinge aus barem Plasma und Proton, uns eher zu erlauben, dieses unergründliche Bewusstsein als „Zufall“ abzutun, als sekundäres Nebenprodukt einer rein materiellen Evolution, die aus dem kosmischen Treffen zweier unbewussten Elemente einen bewussten Geist hervorzuzaubern vermag, wo doch nicht nur unser Herz, sondern auch unser Verstand einzig den genau gegenteiligen Schluss zulässt: Dass dieses Bewusstsein erste Instanz und Ausgangspunkt aller beobachtbaren Weltendinge ist, eine ewige Kraft, welche den materiellen Ausdruck ihrer andauernden Schöpfung stets aus ihrem immateriellen Geist, ja aus ihren den bilderbaren Formen vorgelagerten Bildern entwirft.
Nur eine Bewusstheit kann Bewusstsein hervorbringen.
Nur Leben kreiert Lebendiges.
Nur Seiendes kann werden.

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